Elsendorp-Kuriere bringen mitten in der Nacht Corona-Impfstoffe zu Injektionsstellen

Afbeelding

Sie überlassen nichts dem Zufall und haben zusätzliche Autos mit Kühlung gekauft, um die wichtige Aufgabe zu erfüllen: die Verteilung der Corona-Impfstoffe in den Niederlanden und im Ausland.   

Da sind sie. Mitten auf der Straße. Von der Polizei gefangen. Während der ungewöhnliche Transport eines Kuriers aus Elsendorp bereits von einem anderen Polizeiauto begleitet wurde. Kurz zuvor schrillten alle Alarmglocken, weil der unauffällige Konvoi, verfolgt mit GPS-Signalen, eine andere Route als die gemeldete nahm. Der Beamte am Steuer wählte eine kürzere Route, woraufhin die Nationalpolizei gerufen wurde. Also kein Grund zur Sorge. 

Einstichspuren

Der Vorfall macht sofort deutlich, wie viel Spannung beim Transport des „flüssigen Goldes“ herrscht. Es ist eine Aufgabe, mit der sie bei MKG Koeriers in Elsendorp seit Monaten alle Hände voll zu tun haben. Von den Orten, an denen die Corona-Impfstoffe gelagert werden, transportieren die Transporter des Unternehmens sie zu den Injektionsstellen, zu den GGDs in den gesamten Niederlanden, zu Sporthallen und Veranstaltungshallen. Es ist eine Aufgabe, auf die man bei MKG stolz ist. 

Zu viele Busse stehen still

Aber seien wir mal ehrlich: Wenn Geschäftsführer und Inhaber Joan Minten (55) nach draußen schaut, verschwindet das Lächeln auf seinem Gesicht. Denn für seinen Geschmack stehen zu viele Kurierbusse still. Sie sind bereit für die größere Arbeit, aber die Versorgung mit Impfstoffen hat bisher nur schrittweise begonnen. „Im Ausland hat man früher mit der Impfung begonnen, aber das ist nur für die Bühne. Es war einfach noch nicht genug da“, sagt seine Frau Jeannine (52).

-70 Grad

Das muss sich in den kommenden Wochen ändern. Wenn die Zeichen nicht täuschen, können sie sich große Hoffnungen machen. Ab nächster Woche wird der kürzlich zugelassene Corona-Impfstoff von Moderna auch in den Niederlanden eingeführt. Bisher drehte es sich um den Pfizer/BioNTech-Impfstoff, der unter -70 Grad Celsius gelagert werden muss. Nach der Entnahme aus dem Supergefrierschrank ist es maximal fünf Tage im Kühlschrank haltbar. Dies stellt die Verteilung vor Herausforderungen.

Die Temperatur wird genau überwacht, auch in den Kurierwagen. Der Inhalt einer Kühlbox, etwa so groß wie ein Umzugskarton, reicht für die Impfung von zehntausend Menschen. Etwa ein Drittel eines vollen Philips-Stadions in besseren Zeiten. Und diese Zahl wird nun noch weiter ausgeweitet. Krankenhäuser können nun nicht mehr sechs, sondern sieben Personen mit einer Ampulle des Pfizer/BioNTech-Corona-Impfstoffs impfen.  

Investition von 8 Tonnen

MKG in Elsendorp hat in den letzten Monaten rund acht Tonnen in zusätzliche Ausrüstung und Arbeitskräfte investiert. 17 Autos wurden gekauft und zwanzig neue Fahrer eingestellt. Auf den Impfstofftransporten reisen sie immer mit zwei Personen, während am Stützpunkt in Elsendorp ein Autorettungswagen mit Ersatzwagen bereitsteht. Zum Beispiel, wenn ein Impfstofftransport durch einen platten Reifen oder einen gerissenen Keilriemen beeinträchtigt wird. 

Joan Minten erlebte während der vorherigen Krise, der Kreditkrise, einen Umsatzeinbruch. Sein Kurierunternehmen fuhr unter anderem für große Metallunternehmen und Automobilzulieferer. „Damals machte die Pharmaindustrie nur noch zehn Prozent des Umsatzes aus. In den letzten Jahren konnte dieser Anteil auf 80 Prozent gesteigert werden“, sagt er. Beispielsweise engagiert sich MKG für die Blutbank Sanquin und bringt Operationsroboter und Herzklappen in Krankenhäuser im Ausland.

MKG kann besonders ab Mitte Februar beschäftigt sein, wenn Pfizer damit rechnet, „deutlich mehr“ Impfstoffdosen liefern zu können.

Home Leistungen Branchen Unsere Firma Contact
Angebot anfordern